Tänze & Tanzstile

Zu der Familie der Lateinamerikanischen Tänze gehören neben verschiedenen Salsa-Stilen (Salsa on1, Salsa on2/Mambo und Salsa Cubana) auch weitere karibisch und afrikanisch geprägte Tänze, wie Bachata, Merengue, Cha Cha Cha und Kizomba, die mit großer beliebtheit in der Salsa-Szene getanzt werden. Die prägenden Eigenschaften, sowie der Charakter und die Entwicklungsgeschichte möchten wir hier in Kürze erläutern!

Salsa ist der Rhythmus der Karibik, voller Lebensfreude und Leidenschaft und wird überall auf der Welt getanzt. Von New York aus trat Salsa dann in den letzten 50 Jahren einen Siegeszug rund um die Welt an. Salsa gehört heutzutage unumstritten zu den heißesten Rhythmen der Welt, egal ob Salsa on1, Salsa on2 oder Salsa Cubana! Salsa ist keine Modeerscheinung, sondern eine etablierte Musikrichtung von hohem künstlerischen Wert und großer soziokultureller Bedeutung; sie kennt keine Alters- oder Klassengrenzen.

Der Mambo ist das Ergebnis der Mischung von den kubanischen Musikstilen Son und Danzon. Durch die Übersiedlung vieler Süd- und Mittelamerikaner in die USA, speziell nach New York in den 40ern kam es zu einer Vermischung aus kubanischen Rhythmen und dem Jazz. Folglich beeinflußte der Jazz nun auch den Mambo und verlieh ihm seine besondere, bis heute erhaltene Note. Die wichtigste Eigenschaft im Mambo/Salsa on2 ist die Verschiebung der Betonung, auch als Off-Beat bezeichnet. Die Takte 2/3 und 6/7 werden hervorgehoben und verleihen dem Tanz eine dynamische Ruhe. Der international beliebte Mambo/Salsa on2 wird oft als eine höhere Stufe des Salsa gesehen und mit hoher beliebtheit auf internationalen (nicht kubanischen) Salsa-Kongresse getanzt.

Der Cha Cha Cha stammt aus Kuba und wurde laut einer der mündlichen Überlieferungen aus dem Mambo-Rhythmus entwickelt. Aus dem Mambo heraus entstand die Musik des Cha-Cha-Chas, welche rhythmischer und etwas langsamer daherkam. Diese Musik verbreitete sich zunächst in der Heimat Kuba, dann kam sie mit vielen Immigranten nach New York. Weil die Rhythmen gut ins Ohr gingen, dauerte es nicht lange, bis der Cha Cha Cha über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde. Der Tanz hieß ursprünglich ‘neodanzón’. Weil beim Tanzen ein Fußgeräusch entstand, welches wie ‘cha cha cha’ klang, entstand das typische 2-3-cha-cha-cha, was den Namen ergab.

Bachata ist die zweite, weitverbreitete Musikrichtung in der Dominikanischen Republik. Sie ist bei der Landbevölkerung sehr beliebt, insbesondere in der Gegend von Samana, wo im Radio fast ausschließlich Bachata gespielt wird. Bei der „besseren“ Gesellschaft war diese Musik bis 1995 verpönt. Die Texte sind meistens freche Geschichten die vor Zweideutigkeiten nur so strotzen, ähnlich wie bei uns manche älteren Volkslieder.

Was für Jamaika der Reggae und für Trinidad der Calypso, das ist der Merengue für die Dominikanische Republik, die sich mehr und mehr zum beliebten Reiseziel sonnenhungriger Europäer entwickelt. Es ist ein heiterer, zuweilen polkaähnlicher Rhythmus im Zweivierteltakt. Merengue ist ein einfacher Tanz, bei dem nicht mehr zu tun ist, als mit einer gewissen Eleganz und geschmeidigen Hüften von einem Bein auf das andere zu treten und beim Drehen eines immer ein wenig nachzuziehen. War es Ende des letzten Jahrhunderts noch das Privileg der dominikanischen Oberschicht, Merengue zu tanzen, wiegt sich heute die ganze Welt im Merengue-Takt.

Kizomba ist ein wunderschöner sehr harmonischer, lässiger und sinnlicher Paartanz, manchmal von Mitteleuropäer als der „Afrotango “ benannt und beschrieben worden, der sich momentan weltweit als neuer, trendiger Paartanz etabliert und entwickelt. Besonders in der Salsa-Szene gehört er mittlerweile zu den beliebtesten Party- und Festivalzutaten, neben Salsa, Bachata, Merengue und Cha Cha Cha.

Salsa & Salsa-Stile

Salsa ist der Rhythmus der Karibik, voller Lebensfreude und Leidenschaft und wird überall auf der Welt getanzt. Das karibische Festland und insbesondere Kuba ist die Geburtsstädte des Salsa, auch wenn diese ursprünglich nicht als Salsa bezeichnet wurde. Von New York aus trat Salsa/Mambo dann in den letzten 50 Jahren einen Siegeszug rund um die Welt an, wobei die Namensgebung SALSA erst in den 70ern als eine Modeerscheinung auftrat und sich seit dem weltweit etablierte. Salsa gehört heutzutage unumstritten zu den heißesten Rhythmen der Welt, egal ob Salsa Cubana, Salsa on1 (LA Style) oder Salsa on2 (NY Style)! Salsa ist keine Modeerscheinung, sondern eine etablierte Musikrichtung von hohem künstlerischen Wert und großer soziokultureller Bedeutung; sie kennt keine Alters- oder Klassengrenzen.
Übersicht über die Salsa-Stile
Die Salsa unterliegt einer ständigen Weiterentwicklung welche immer wieder neue Stile hervorbringt. Unabhängig davon lassen sich aber folgende zwei Stilgruppen festhalten:
  • Lateinamerikanische Stile (Cuban Styles)
  • Nordamerikanische Stile (Cross Body Styles)
Die Lateinamerikanischen Stile haben ihren Ursprung in und um Kuba von welchen sie sich weiter auf die anderen lateinamerikanischen Länder ausgebreitet haben. Sie zeichnen sich vor allem dadurch aus dass die Partner sich gegenseitig meist im Uhrzeigersinn umkreisen. Desweiteren bietet dieser Stil viel Freiraum für Improvisation. In diese Gruppe fallen u.a. Salsa Cubana (auch Casino genannt), Rueda de Casino sowie Salsa De la calle.
Die Nordamerikanischen Stile haben ihren Ursprung in den USA. Die beiden wesentlichen Vertreter sind der New York (NY) Style sowie der Los Angeles (LA) Style. Im Gegensatz zu den Lateinamerikanischen Stilen bei welchen kreisend getanzt wird ist bei diesen Stilen das Tanzen auf der Linie (-on line-) wesentlich.
Nachfolgend werden die in Deutschland am häfigsten anzutreffenden Salsa-Stile chronologisch aufgefürt…

Salsa Cubana | Casino

Salsa Cubana (auch Cuban Style Salsa oder Casino genannt) ist der klassische Salsa-Stil und der in Deutschland noch immer am weitesten verbreitet. Die unterschiedlichen Benennungen sollen bereits auf die Herkunft der kubanischen Salsa hinweisen. Salsa Cubana ist ein typischer „Strassentanz“ (sog. „de la calle“-Stil“), er wird vorwiegend auf den Strassen Havannas gelernt. Salsa Cubana wirkt eher spielerisch, rhythmisch und lebendig und hat keine klare Ausrichtung. Sie ist gewissermaßen „hemdsärmlig“ und wenig reglementiert. Dementsprechend ist Salsa Cubana im Vergleich zu Salsa Puertoriqueria oder LA-Style eher wenig systematisiert und besteht aus viel Improvisation, Spontanität und wenig Regeln. Im Vergleich mit anderen Salsa Tanzstilen ist das wesentliche Merkmal des kubanischen Stils (Salsa Cubana) die Drehungen des Tanzpaares um einen gemeinsamen Mittelpunkt. Außerdem wird die Frau vom Partner fast nie losgelassen, was ihr relativ wenig Freiraum für eigene Interpretationen im Tanz lässt.


Rueda de Casino

Rueda de Casino ist in den 1950er Jahren in kubanischen Tanzlokalen, den so genannten „Casinos“, entstanden. Bei diesem Stil treffen mehrere Paare zusammen um gemeinsam in einer Rueda (zu deutsch: Rad, Kreis) zu tanzen. Dabei übernimmt eine Person die Rolle des Cantante (zu deutsch: Sänger, Rufer) und sagt die Figuren an welche alle Paare gleichzeitig tanzen. Rueda de Casino zeichnet sich durch einen häufigen Partnerwechsel aus welcher mittels des Kommandos dame (zu deutsch: gib her) angesagt wird. Die Figuren sind nicht standardisiert weswegen man von Stadt zu Stadt und sogar von Tanzschule zu Tanzschule mit Unterscheidungen rechnen muss. Von den getanzten Figuren ähneln sich die Rueda und der Salsa Cubana. Prinzipiell kann in der Rueda jede Cuban Figur getanzt werden solange sie den Teilnehmern der Rueda bekannt ist.


Los Angeles Style | Salsa on1

Der Salsa LA Style ist unter anderem bekannt als Salsa on1, und wurde in seinem Charakter von Hollywood, sowie den Swing und Mambo Tänzern stark geprägt. LA Style kann ausschließlich auf 1 (on1) getanzt werden. Wie auch Salsa NY Style ist das Stil-prägende Element in LA Style das „Cross body lead“ und Ausrichtung auf einer Linie. Auch ist er für die meisten Salsa-Beginner einfacher zu lernen, da die Betonung auf den ersten Schlag (on1) für die westlich geprägten Kulturkreise leichter zu erfassen ist. Der LA Style erhielt ursprünglich außergewöhnlich viele choreographische Elemente und Showfiguren, was ihn insbesondere bei Kinoproduktionen, Auftritten und Tanzturnieren beliebt macht. Inzwischen hat sich der L.A. Style in Richtung „social Dance“ gewandelt, da er auch innerhalb der Szene beliebt geworden ist und oft auf Salsapartys getanzt wird. Deshalb haben sich heutzutage im LA Style führbare Elemente zugunsten von choreographischen durchgesetzt.
Mehr zu Salsa LA Style findest du hier…


New York Style | Salsa on2

Der NY Style entwickelte sich, wie der Name schon sagt, in New York.  In New York wird dieser Stil (bzw. einzelne Varianten davon) auch Mambo-Salsa oder Mambo style genannt. Anders als Salsa Cubana oder Salsa LA Style, wird der NY Style -on2- getanzt. Ein Stil-prägendes Element ist das „Cross body lead“ und Ausrichtung auf einer Linie. Der NY-Style ist eine Mischung von puertoricanisch beeinflussten Solo-Schrittkombinationen (Shines/Footwork) und Figuren/Vueltas aus anderen Paartänzen (Hustle und Swing) die sich durch die interkulturelle Fusion der verschiedenen Kulturen entwickelt haben. Der NY-Style besticht durch seine Eleganz, seine effektvollen Vueltas und seinen Variantenreichtum. Er ist ein Kompromiss zwischen Improvisation und dem Hang zur Perfektion, wie in Standard & Latein-Tänzen. Die Bewegungen sind weich und elegant, wirken aber natürlicher als in den Standard & Latein Tänzen. Im Vergleich zum Salsa Cubana steht die Frau stärker im Zentrum und macht die Show! Der NY Style ist in der Deutschen Salsa Szene nicht so stark vertreten, wird jedoch weltweit von den erfahren Tänzern und Künstlern bevorzugt.
Mehr zu Salsa NY Style findest du hier…


Bachata

Bachata ist ein Tanz dessen Wurzeln im karibischen Bolero liegen. Er entstand in den 1960er Jahren in der Dominikanischen Republik. Bachata ist einer der erotischsten Tänze überhaupt da er in der Regel sehr eng und hüft-betont getanzt wird. Der Schritt setzt sich aus jeweils 3 Schritten zur Seite bzw. nach vorne/hinten und einem Tap zusammen. Die Texte drehen sich zumeist um eine verflossene Liebe. Es gibt die unterschiedlichsten Bachata Ausprägungen welche vom Dominican Style (kann offen und geschlossen getanzt werden mit viel Footwork) über Traditional Style und Modern Style (Einbeziehung von Salsa-, Tango- und Zoukelementen) bis hin zum Bachatango (Verschmelzung von Bachata und Tango) reichen. Bachata ist ein sehr sinnlicher Tanz und oft in Tanzschulen in Kombination mit Salsa gelehrt. Falls du auch gerne zu ruhigeren Liedern eng tanzen willst ist der Bachata auf jeden Fall einen Versuch wert. Oft werden die Grundlagen von Bachata oft in Salsa-Kursen  unterrichtet.


Merengue

Wie der Bachata stammt auch der Merengue aus der Dominikanischen Republik. Seinen Namen hat der Merengue von einem süßen Gericht welches ausgehend von der Schweiz über den französischen Hof (Meringues) im Wege der Kolonialisierung bis in die Karibik fand. Der Grundschritt des Tanzes ist sehr einfach. Er besteht nur aus zwei verschiedenen Phasen, in denen jeweils die Hüftbewegung durch Beugen des einen und Strecken des anderen Beines ausgeführt wird. Im Vergleich zu den anderen Tänzen auf dieser Seite ist er der wohl einfachste. Wie der Bachata wird auch der Merengue oft im Rahmen des Salsa-Unterrichts in den Tanzschulen angeschnitten. Meistens wird Merengue zusammen mit anderer lateinamerikanischer Musik wie Bachata, Cumbia oder Salsa auf Parties gespielt und dazu getanzt. Da er an das Treppensteigen erinnert und einen gleichmäßigen 2/4 Takt hat kann der Merenge auch leicht in Discos getanzt werden.


Kizomba

Kizomba ist ein wunderschöner sehr harmonischer, lässiger und sinnlicher Paartanz, manchmal von Mitteleuropäer als der „Afrotango “ benannt und beschrieben worden, der sich momentan weltweit als neuer, trendiger Paartanz etabliert und entwickelt. Besonders in der Salsa-Szene gehört er mittlerweile zu den beliebtesten Party- und Festivalzutaten, neben Salsa, Bachata, Merengue und Cha Cha Cha. Kizomba ist einer der populärsten Musik- und Tanzstile im portugiesischsprachigen Raum in Afrika. Der Tanz wurde später von Einwanderern nach Portugal gebracht und so hat Kizomba seinen Weg zu uns gefunden. Entstanden ist Kizomba jedoch in Angola auf Basis des Semba, der mit traditionellen afrikanischen Rhythmen und moderner europäischer Musik kombiniert wurde. Semba wiederum ist ein Tanz und Musikstil, der aus Angola stammt und durch Sklaven Verbreitung in der brasilianischen Musik fand.