Salsa-Musik

Entwicklung der Salsa-Musik

Julian Salsa & Co. BLOG Leave a Comment

Die Salsa-Musik ist kein Rhythmus oder Musikstil. Sie ist die Vereinigung aller musikalischen Tendenzen, die sich heute im urbanen Raum der Karibik treffen. Kubanischen Wurzeln entsprungen, in New York in den siebziger Jahren musikalisch angereichert, hat sich die „Salsa“ seitdem immer mehr ausgebreitet. Salsa ist der musikalische Ausdruck des Barrios (Stadtviertels). Die sich immer mehr gleichenden Armenviertel bringen Themen und Traditionen hervor, die heute in den Salsa-Texten zur Geltung kommen: die Familie, die Liebe, die Freunde, die Straße, das fehlende Geld, die Gewalt und Situationen sozialer Unzufriedenheit. Auf Kuba, dem Ursprungsland der Salsa, wird Musik nicht zelebriert, sie wird gelebt.
Die Entwicklung der Salsa-Musik… sie ist nicht leicht zu erfassen. Die Salsa ist, eine Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen. Die wichtigsten Zutaten dieser Sauce kommen aus den Ländern Kuba, Puerto Rico, USA (v. a. New York) und Kolumbien. Kuba und New York nehmen in der Entwicklung der Salsa eine Sonderstellung ein, denn die Wurzeln der Salsa sind unzweifelhaft im kubanischen Son zu suchen, währenddem in New York der Begriff „Salsa“ geprägt wurde und hier Salsa erst zu dem gemacht wurde, was es heute ist. Nämlich zu einem weltumspannenden Phänomen! Auf der ganzen Welt tanzen heute begeisterte Salseras und Salseros zu dieser köstlichen Musik und klatschen dazu den Clave-Rhythmus.
Salsa-Musik-Stile

Salsa – Ein Wort für viele Musikrichtungen

Die Grafik zeigt eine Kurzübersicht über die musikalische Entwicklung der Salsa von ihren Ursprüngen in Kuba bis zur heutigen modernen Salsa. Speziell im Bereich Kuba gibt die Darstellung auch eine gewisse zeitliche Chronologie wider, d. h. die Entwicklung geht grob von den afrokubanischen und spanischen (Punto/Guajira) Wurzeln über den Son Cubano hin zum Mambo und schließlich zu dem, was wir heute als Salsa bezeichnen. Die wichtigste Wurzel der Salsa ist der kubanische Son.
Die Entwicklung vom Son Cubano hin zur Salsa
Wenn man die Frage stellt, wer denn nun die Salsa erfunden hat, dann geraten sich Kubaner, Puertoricaner und New Yorker häufig in die Haare. So oder so darf aber behauptet werden, dass der kubanische Son einen wichtigen Beitrag geleistet hat. Es wurden dem Son als wichtigstem Vorläufer der Salsa zwar andere Musikstile wie z.B. Jazz, Funk, Rock, Rap, aber auch traditionelle Volksmusikstile anderer lateinamerikanischer Länder wie der Bomba aus Puerto Rico oder der mit Akkordeon begleitete Vallenato aus Kolumbien beigemischt. Dazu kamen auch weitere Instrumente (Posaunen, Elektrobass, Schlagzeug etc.). In ihrem innersten Kern (quasi das Grundrezept der Sauce) blieb diese Musik jedoch so, wie man sie schon vor 70 – 80 Jahren (ursprünglicher, klassischer Son) oder zumindest seit ca. 60 Jahren (Son Montuno) in Kuba hören kann. Daran ändert auch nichts, dass dieser „Sauce“ in den 60er Jahren in New York der offizielle und heute allseits gebräuchliche Name Salsa verliehen wurde. Der traditionelle Son Cubano bleibt das „Herzstück“, das Cora-son der Salsa.
In Kuba selbst wurde der Son im Laufe der Jahrzehnte mit vielen anderen musikalischen Stilen vermischt. Es gehört zu den spezifischen Eigenheiten und gleichzeitig auch zu den größten Stärken kubanischer Musik, dass sie gegenüber fremden Einflüssen immer sehr aufgeschlossen war (früher v. a. Jazz/Swing; heute Pop, Rock und Rap-Elemente) und diese auf ihre eigene Art zu integrieren wusste. Aus diesen Mischungen entwickelten sich neue Musikstile wie z. B. der Mambo. Der Mambo ist in Kuba entstanden und wurde in Mexiko und New York weiterentwickelt. Beim Mambo handelt es sich vereinfacht gesagt um eine Mischung aus Son, Danzón und Elementen des nordamerikanischen Swing. Aus dem Mambo hat sich dann wiederum im Jahre 1953 durch den berühmten Bandleader Enrique Jorrín der Cha Cha Chá entwickelt. Speziell den Cha Cha Chá könnte man auch als „begradigten Son“ bezeichnen und zwar deswegen, weil dem stark synkopierten und deshalb für viele „weiße Ohren“ (damals v. a. Nordamerikaner) immer noch zu schwierigen Son die Kanten abgeschliffen wurden. Es erstaunt aus dieser Sichtweise nicht, dass gerade diese vereinfachte Son-Weiterentwicklung in den 50er Jahren zuerst in New York und später auch in unseren Breitengraden große Popularität erlangte („oye como va“ von Santana ist z. B. eine rockige Cha Cha Chá-Variante). Der Cha Cha Chá und der Mambo beeinflussten später zusammen mit dem Son Montuno und dem Bomba und der Plena aus Puerto Rico auch entscheidend die Entwicklung des heute dominanten New Yorker Salsa-Stils.
Trotz dieser wichtigen Rolle des Son Cubano und der anderen kubanischen Musikstile wäre es aber grundfalsch, die Salsa-Musik allein auf Kuba reduzieren zu wollen. Der Son Cubano wurde auch im Ausland begeistert aufgenommen, kopiert und weiterentwickelt, sei es in Puerto Rico, Kolumbien oder New York (v. a. durch Puertoricaner und Exil-Kubaner …). Vor allem in New York erfuhr die kubanische Musik der 50er Jahre nach der Machtübernahme Fidel Castros eine eigenständige Weiterentwicklung. Im Schmelztiegel New York vermischten sich Bomba und Plena aus Puerto, sowie Elemente des Swing, Soul und Rock mit dem kubanischen Erbe. Nicht das einzige, aber sicherlich das wichtigste Produkt dieser ständigen Durchmischung ist das, was wir heute als Salsa-Musik bezeichnen. Allerdings kann die Grenze zwischen dem klassischen kubanischen Son und der heutigen Salsa nicht klar gezogen werden. Diese Grenze ist fliessend, zumal die Wortschöpfung „Salsa“ ja selbst keinen klar definierten Musikstil bezeichnet, sondern mehr als Oberbegriff dient für eine aus vielfältigen Bestandteilen zusammengesetzte „musikalische Sauce“. In Kuba sprach man zu dieser Zeit noch sehr differenziert vom Son, vom Cha Cha Chá, von der Rumba, vom Mambo usw., während man in den USA im Wort „Salsa“ eine griffige und für jedermann verständliche Formel fand, um den Nordamerikanern lateinamerikanische Musik schmackhaft zu machen.
Für die Kubaner blieb Salsa bis in die 90er Jahre hinein ein Fremdwort und erst in den letzten Jahren beginnen sie, ihre moderne Musik auch als Salsa (bzw. Timba) zu bezeichnen. Salsa wurde durch die internationale Vermarktung aber auch zu einem Synonym für ein ganz spezielles Lebensgefühl (vielleicht ähnlich wie der Rock’n Roll), für etwas Freiheitliches, Kreatives, Ehrliches und Wildes. Durch Interpreten wie Ruben Blades oder Willie Colón bekam Salsa in den 70er Jahren zudem ein mehr politisches Gesicht. Rein musikalisch gesehen ist Salsa aber nichts anderes als ein Amalgam verschiedenster Rhythmen und Musikstile auf der Basis des Son. Interessant ist diesbezüglich auch die Feststellung, dass Salsa-Musik gegenwärtig bei der weltweit wachsenden Schar von „Aficionados“ (leidenschaftliche Anhänger) weniger mit Kuba in Verbindung gebracht wird als mit New York, Puerto Rico, Kolumbien, Venezuela und anderen lateinamerikanischen Ländern. Das liegt mit Sicherheit auch darin begründet, dass die Musikkultur Kubas mit der Revolution (1959) von der Außenwelt nahezu vollständig abgeschnitten wurde (zumindest, was die kommerzielle Verbreitung dieser Musik anbelangt). So haben die Nordamerikaner, welche weltweit seit jeher die beherrschende Kraft im Musikbusiness darstellen, in den 60er Jahren die Zügel für Marketing und Vertrieb von Salsa-Musik fest in die Hand genommen. Sie haben damit wesentlich zur Entwicklung und weltweiten Popularität der Salsa beigetragen.
Quellen: www.salsa-pasion.de, www.latincaribe.de

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